Colin Stetson - New History Warfare Vol. 3: To See More Light
Colin Stetsons beeindruckende Liste an Kollaborationen zeigt schon viel Verdienst; Namedropping erspart sich der Bienenjäger. Sein jüngstes Machwerk demonstriert, dass er sich nicht hinter diesen Namen verstecken muss – der dritte Teil der New History Warfare Reihe zelebriert einen Primat des Primalen und zeigt eine angenehm kathartische Wirkung, ideal für die illusionäre Suche nach vorzivilisatorischem Mythos. Schmuh ist das allerdings nicht; eher ein interessantes Experiment, ein narratives Albumkonzept musikalisch anregend zu vertonen. In Adornos Hirn kann hierzu vermutlich immer noch marschiert werden. Aber der hat den Jazz ja leider nicht verstanden. Stetsons Ausgangspunkt ist das Basssaxophon, dass er zwischen Atmosphärischem (In Mirrors) und einer akustischen Tour de Force (Brute) inklusive gutturalen Befreiungsschreien pendeln lässt; teilweise am Rande des Erträglichen, doch auch das immer wieder: ästhetisch. Hymnisch öffnet und schließt sich der Kreis in diesem Fall; runde Sache!
Zolin sagt: 8 von 10
The Dillinger Escape Plan - One Of Us Is The Killer
Zolin sagt: 7 von 10
Vampire Weekend - Modern Vampires Of The City
Als Liebhaber von physischen CDs hat man ja eigentlich schon Grund genug, Vampire Weekend zu mögen. Ihre zwei bisher veröffentlichten Alben Vampire Weekend und Contra sehen nebeneinanderstehend durch das ähnliche, aber trotzdem nicht zu ähnliche, Artwork sehr schick aus. Auch das dritte Album Modern Vampires Of The City macht dabei einen sehr guten Eindruck und übernimmt die minimalistische Grundhaltung der Vorgänger, überzeugt aber durch ein noch schöneres Covermotiv des in Nebel umhüllten New Yorks. Die äußerliche Gestaltung wird aber natürlich nicht der Grund sein, weshalb Vampire Weekend stets herausragende Wertungen verliehen bekommen. Ihre Mischung aus Ethno-Pop à la Paul Simons Graceland, gemischt mit Spitzen aus Indie und R&B ist mindestens so geschmacksvoll wie das Artwork der CD. Ihr drittes Album ist, was die bunte Mischung der verschiedeneen Stile betrifft, zwar nicht mehr so experimentell, es scheint dafür so, als habe sich die Band mehr auf den poppigen Kern des Albums konzentriert . Dadurch ist Modern Vampires Of The City wohl eine der reinsten Pop-Erfahrungen des Jahres und das ist noch wesentlich wichtiger als das schöne Artwork.
Zolin sagt: 8 von 10
Deerhunter - Monomania
Deerhunters letztes Album Halcyon Digest ist für verkifften Dreampop das Nonplusultra. Ein kluger Schachzug von der Band um Bradford Cox, einfach Monomania, ein Album aufzunehmen, das wesentlich lauter und vor allen Dingen mehr nach Rock klingt. Nur in einzelnen Songs wie The Missing wird man an den - im wahrsten Sinne des Wortes - traumhaften Vorgänger erinnert. Tatsächlich ist das aber gar nicht Monomanias Intention, permanent an den Vorgänger erinnert zu werden. Schließlich steht es besonders kontextlos gut da und beweißt abermals, was für großartige Songschreiber Deerhunter sind. Die Rolle des Albums in der Banddiskographie ist dagagen schwieriger herauszufinden. So könnte es sich bei Monomania zwar durchaus für einen einzelnen Ausritt in die Welt des "Lärms" handeln, andererseits aber auch einen Gesinnungswechsel hin zu dauerhaftem "Lärm" ankündigen. Und dann steht bei den Referenzen, ganz plakativ ausgedrückt, nicht mehr Beach House, sondern Ty Segall.
Zolin sagt: 7 von 10







