Mittwoch, 15. August 2012

Review: Yeasayer - Fragrant World


Hach, das dritte Album. Wie viele Bands hatten schon Probleme mit dem dritten Album? Bestes Beispiel: Bloc Party. Auf ihrem dritten Album konnten sie so gut wie keiner der hohen Erwartungen gerecht werden. Mit Fragrant World steht jetzt auch im Hause Yeasayer das dritte Album an. Aber aus Angst vielleicht auf Weiterentwicklung verzichten? Nicht bei Yeasayer, schließlich steckt das ja sagen sogar im Band Namen.

So viel sei nämlich jetzt schon festgehalten: Fragrant World klingt weder so wie die Vorgänger, noch komplett anderes. Es ist viel mehr eine sinnvolle Weiterentwicklung, weg von massenkompatibleren Songstrukturen, aber trotzdem noch nahe am Pop. Ein Widerspruch? Nicht bei dem aus Brooklyn stammenden Trio. Beispielsweise der Opener Fingers Never Bleed ist nicht mehr in der Art ein Radiosong, wie ONE auf dem letzten Album, sondern ein zugänglicher, aber trotzdem recht experimenteller Song.

Und überhaupt gibt es auf Fragrant World keine echte, reinrassige Single, die man so seinen Freunden zeigen könnte, die immer noch auf MGMT stehen geblieben sind. Henrietta, das zwar ansatzweise diesen Anspruch erweckt, wird durch eine Synthie-Bridge wieder so verlangsamt, dass es nicht dazu kommen will, diesen einzelnen Song als so herausragend zu bezeichnen. Natürlich ist er verdammt gut, funktioniert aber eben am besten im Album Kontext.

Genaue Referenzen kann man gar nicht zu Rate ziehen, da jeder Versuch sofort zum scheitern verurteilt wäre. Keine andere Band schafft es so um mindestens 1000 Ecken gedachte Pop-Musik zu schreiben, die trotzdem zu verdauen ist. Genau aus diesen Grund ist Fragrant World auch in seiner Gesamtheit und durch den daraus resultierenden Track-Flow ein würdiges neues Album einer Band, die es immer noch schafft, komplett einzigartig zu bleiben. Selbst nach dem dritten Album.


1. Fingers Never Bleed
2. Longevity
3. Blue Paper
4. Henrietta
5. Devil and the Deed
6. No Bones
7. Reagan's Skeleton
8. Demon Road
9. Damaged Goods
10. Folk Hero Shtick
11. Glass of the Microscope

Zolin sagt: 7 von 10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen