Samstag, 1. September 2012

Review: Robot Koch - Cosmic Waves


Zwar zählt Robot Koch seit jeher zu den besten und kreativsten Beatbauern und Dubstep Produzenten aus Deutschland, trotzdem hätte wohl niemand im letzten Jahr das grandiose The Other Side erwartet. Nicht, dass man Robot Koch kein Album solcher Qualität zugetraut hätte, sondern wahrscheinlich nicht in einem Jahr, welches ja geradezu von hervorstechenden Dubstep Alben, wie den Debuts von den überhypten James Blake oder SBTRKT, wimmelt. Vielleicht lag der große Coup daran, dass sich das gesamte Album jetzt weniger dubsteppig, aber dafür souliger angehört hat.

Wie es sich für Robot Koch gehört, steht schon ein Jahr später so "etwas wie" ein Nachfolger an. "Etwas wie" deshalb, da es sich bei Cosmic Waves zwar offiziell um eine EP handelt, aber durch die recht üppige Laufzeit von einer halben Stunde und den Inhalt "aufgewertet" werden kann. Interessanterweise ist Cosmic Waves nämlich in zwei Hauptteile aufgeteilt. Der erste Teil besteht aus drei Solotracks, die, bis auf das namensgebende Cosmic Waves, schon einmal aufgetaucht sind, jedoch noch nicht veröffentlicht wurden.

Nett, aber nicht weltbewegend. Viel interessanter ist da der zweite Teil. Die folgenden acht Songs wurden nämlich mit anderen Beatbauern zusammen aufgenommen. Dafür hat Robot Koch Songskizzen weitergeschickt und diese wurden dann von dem jeweiligen Produzenten vollendet. Das mit Abstand beste Zeugnis dieses Konzeptes ist Open mit dem Project Mooncircle-Mitstreiter Pavel Dovgal. Hier wird die perfekte Synthese aus den verschiedenen Sounds der beiden klar: Während Dovgal viel mit warmen, organischen Bass-Vorstößen arbeitet, ist Kochs Sound bewusst kühl und berechnend.

So schön sich das alles anhört, so muss man leider anmerken, dass es sich eben um eine EP handelt. Das bedeutet, dass noch um einiges mehr möglich gewesen wäre, wenn es als Album mehr Facetten ausdrückte, so wie es Robot Koch bei The Other Side gelungen ist. Als EP bleibt es jedoch definitiv ein mehr als netter Zeitvertreib, der schon verdammt viel Lust auf das nächste Solo Album von Robot Koch macht.


1. Cosmic Waves
2. Nano
3. Milan
4. Follow Birds
5. Open
6. Sludge
7. Void
8. Never Will

Zolin sagt: 7 von 10




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