Dienstag, 30. Oktober 2012

Review: Graveyard - Lights Out


Graveyard haben sich in den letzten Jahren von einem Geheimtipp zu einer der wohl populärsten Classic-Rock-Revival Bands entwickelt, klingen auf ihrem neuen, mittlerweile dritten Album Lights Out aber ungefähr so, wie ihre Landesgenossen Mando Diao aus einem Paralleluniversum, in denen auch Männer Mando Diao hören. Dass Graveyard auch noch weiterhin bei dem sympathische Asi-Metal-Label Nuclear Blast unter Vertrag stehen, wo ja ohnehin nur Musik für Männer veröffentlicht wird, ist auch eher weniger überraschend.

Überhaupt ist an Lights Out ziemlich wenig überraschend: Das Album hat mit gerade einemal neun Liedern à 35 Minuten wieder eine verdammt kurze Spielzeit und auch die Zielgruppe ist wieder klar abgesteckt: Einmal diejenigen, die sich die Led Zeppelin-Zeiten zurück wünschen und sowieso sich nichts anderes als die jährlich erscheinenden Black Country Communion und Graveyard-Platten zulegen, oder eben diejenigen, die diese Zeit nicht miterlebt haben und denen Black Country Communion eine Spur zu Heavy Metal sind. Echte Männer also.

Aber nicht alles ist gleich geblieben. So ist Lights Out das bisher wahrscheinlich härteste Album von Graveyard. Die Härte ist hierbei natürlich relativ, aber wenn man sich noch einmal das selbstbetitelte Debut anhört, merkt man, dass es die Beschreibung ist, die das Ganze am ehesten trifft. Prinzipiell natürlich nicht die schlechteste Idee, nur geht dadurch die Eigenständigkeit von Graveyard komplett flöten. Denn das, was Graveyard auf ihren ersten beiden Platten so besonders gemacht hat, waren gerade die ruhigeren Songs. Mit Hard Times Lovin' oder 20/20 sind zum Glück aber auch noch ein paar Songs der entspannteren Sorte mit an Bord.

Trotzdem sind Graveyard natürlich Meister in dem Adaptieren von Musik, die auch schon vor 40 Jahren funktioniert hat. Angereichert wird das mit ein paar schönen Gitarrensoli und einer Menge Testosteron. Und wenn man ganz, ganz ehrlich ist, hören sich Songs, wie Endless Night wirklich ein bisschen nach Mando Diao an. Letztendlich ist Lights Out aber sicherlich keine Enttäuschung, doch wahrscheinlich das bisher schlechteste Album der Schweden, das aber all ihren Stammhöhrern gelungenen Nachschub an Testosteron liefert.


1. An Industry Of Murder
2. Slow Motion Countdown
3. Seven Seven
4. The Suits, The Law & The Uniforms
5. Endless Night
6. Hard Times Lovin’
7. Goliath
8. Fool In The End
9. 20/20 (Tunnel Vision)

Zolin sagt: 6 von 10




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